Bauen | 2012/13 - 05. Juli, S. 6


Wenn Baumaschinen übernehmen


Grunderneuerung der Gleise von Teilstück der S 2 läuft nach Plan


Stellenweise ist von der sonst zweigleisigen S-Bahn-Strecke zwischen Marienfelde und Lichtenrade an diesem Junitag nichts mehr zu sehen. Schienen und Schwellen sind entfernt worden, um Platz für eine solide Untergrundverdichtung und neues Material zu schaffen.

An diesem frühen Morgen sind die Langschienen geliefert worden, die mit 120 Metern ihrem Namen alle Ehre machen. Mit speziellen Entladungseinrichtungen wurden sie abgeladen. Gleisarbeiter und schwere Baumaschinen sind dort zugange, wo sonst die Züge der S-Bahn-Linie S 2 fahren.

Bau Marienfelde
Die Langschienen werden auf einem Abschnitt von zweieinhalb Kilometern verlegt.
Foto: David Ulrich

„Wir sind sehr zufrieden. Die Arbeiten liegen genau im Zeitplan und wir rechnen fest damit, dass am 6. August alles fertig ist“, sagt Leiter Detlef Fahrentholz von der DB ProjektBau GmbH. Dann soll der Zugverkehr auf der vier Bahnhöfe umfassenden Strecke wieder rollen.

Die Schienen – pro Gleis 5300 Meter – sind erst der Anfang. Zur Grunderneuerung gehört es auch, 8644 Schwellen sowie 7500 Tonnen Boden und noch einmal genauso viel Schotter auszuwechseln. Wenn man sich vorstellt, dass auf einen Sattelkipper rund 26 Tonnen Erde passen, werden die Dimensionen vorstellbar.

Langschienenentladeeinheit
Eine sogenannte Langschienenentladeeinheit im Einsatz
Foto: David Ulrich

Außerdem erhält die Strecke neue Stromschienen aus Aluminium, deren Leitfähigkeit besser als die ihrer Vorgänger aus Weicheisen ist. Hinzu kommen 1060 Stützpunkte für die Stromschienen, die für deren erforderliche Befestigung sorgen. „In rund sechseinhalb Wochen ist das zu schaffen“, bekräftigt Detlef Fahrentholz.

Bewährt hat sich die Arbeitsweise, zwei Gleise gleichzeitig für die Bauarbeiten zu sperren. Können auf dem einen Gleis wichtige Arbeitsmaterialien wie Bagger, Stopf- und Schleifmaschinen zu ihrem Einsatzort gebracht werden, schreiten auf dem anderen Gleis die Arbeiten voran. Bewusst nutzt die Deutsche Bahn für die Sperrung die Sommerferien, weil dann weniger Fahrgäste unterwegs sind.

Claudia Braun

Busse ersetzen die S-Bahn

Während der Sperrung zwischen Marienfelde und Lichtenrade sind für die Fahrgäste Busse eingesetzt. Sie fahren tagsüber im Abstand von fünf Minuten und halten in unmittelbarer Nähe der S-Bahn-Stationen.

Kunden müssen für die Strecke eine Fahrtzeitverlängerung von bis zu 20 Minuten einplanen. Da der Bahnhof Buckower Chaussee nicht direkt angefahren werden kann, halten die Busse zusätzlich an der Haltestelle Nahmitzer Damm/Motzener Straße, die dann auch von der Buslinie X11 bedient wird. Weitere Haltepunkte: Fritz-Werner-Straße und Richard-Tauber-Damm / Säntisstraße.

Die Mitnahme von Fahrrädern in den Bussen ist gestattet, wenn der Platz ausreicht. Vorrang haben Kinderwagen und Rollstühle.

Die S 2 fährt zwischen Bernau und Marienfelde planmäßig, zwischen Lichtenrade und Blankenfelde zeitversetzt alle 20 Minuten.

Baumaschine
Foto: David Ulrich