Heilung tritt kaum schlagartig ein. Sie ist behäbig, prozesshaft und verlangt einem einiges ab – vor allem Geduld. Diese geht dem Protagonist und Erzähler von „Heilung“, dem zweiten Roman von Timon Karl Kaleyta, zunehmend flöten: Das Tiroler Berg-Sanatorium, in das ihn seine Frau aufgrund krankhafter Schlaflosigkeit verpflanzt hat, entpuppt sich als gruselige Parallelwelt mit einem guruhaften Achtsamkeits-Professor an der Spitze. Die Flucht führt in die Arme seines alten Jugendfreunds. Doch auch auf dessen idyllischen Bauernhof kommt es – entgegen aller Hoffnung – nur zu einem kurzen heilsamen Intermezzo. Stattdessen kommt es zu einem tragischen Unfall. Aber manchmal sind es ja die Katastrophen, die eine Heilung erst ermöglichen. | lk

 

Timon Karl Kaleyta, „Heilung“, Verlag: Piper, 2024, 206 Seiten, 22 €

 

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