Bahnlektüre Gelb ist die Hoffnung

Im März, dem Monat des Internationalen Frauentags, kann man diese Lektüre nicht liegen lassen: Die Hauptfiguren des Werks von Mieko Kawakami sind allesamt weiblich, (unter)weltgewandt und – zuweilen – wunderlich. Die Autorin, in ihrem Heimatland Japan längst eine wichtige feministische Stimme, entführt uns nach Tokyo, wo eine Gruppe selbstbestimmter und teils minderjähriger Frauen versucht, ihren Lebensunterhalt unabhängig von Männern zu bestreiten. Anfangs noch legal mit einer Bar, kommt schnell Kreditkartenbetrug dazu. Aus der Gruppe wird so eine Gang, die sich von ihren männlich geprägten Yakuza-Pendants darin unterscheidet, dass sie gewaltfrei agiert und – Robin-Hood-haft – nur die eh schon Reichen ausnimmt. Starkes Stück! | lk
Mieko Kawakami, „Das gelbe Haus“, Verlag: Dumont, 2025, 528 Seiten, 26 €