Am 21. Mai war es mal wieder Zeit für eine literarisches Beben: Die Autorin Jenny Erpenbeck triumphierte mit ihrem Roman „Kairos“ beim International Booker Prize in London, dem wohl wichtigsten Literaturpreis der Welt – gleich nach dem Nobelpreis. Erpenbeck, 1967 in Ost-Berlin geboren, entstammt einer Schriftstellerfamilie und erfährt im Ausland (bislang) größere Verehrung als in Deutschland. Vielleicht wird sich das nun mit ihrem Roman über den Niedergang der DDR ändern. Angesiedelt im Ost-Berlin der späten 1980er-Jahre erzählt sie eine zunehmend toxische Liebesbeziehung der Studentin Katharina mit dem 34 Jahre älteren, verheirateten Hans. Was wahr ist und was Lüge – diese Frage stellt sich im Privaten wie im Politischen. | lk

 

Jenny Erpenbeck, „Kairos“, Verlag: Penguin, 2021, 384 Seiten, 14 €

 

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