Kybernetik als Staatsutopie, die Datsche als stille Gegenwelt: Die Wahlberlinerin Peggy Mädler entwirft in ihrem neuen Roman ein vielstimmiges DDR-Panorama, das weder anklagt noch verklärt. Im Mittelpunkt stehen der Computerpionier Georg, dessen Reformträume folgenlos zerplatzen, und die Malerin Mona. Beide ziehen von Ost-Berlin nach Brandenburg, suchen Zuflucht vor dem Staat und finden: einander. Figuren, die sich arrangieren und damit, fast unbemerkt, zum Getriebe eines Systems werden, das sie innerlich ablehnen. Mädler erzählt das ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit einer sprachlichen Sachlichkeit, die zur grauen Monotonie des DDR-Alltags passt wie der Bungalow zur Feriensiedlung. Ein leise erzählter Roman mit lauter Wirkung. | lk

 

Peggy Mädler, „Selbstregulierung des Herzens“, Verlag: Galiani, 2026, 304 Seiten, 23 €

 

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