Was bleibt, wenn der eigene Bruder, gerade 18 Jahre alt, seinem Leben ein Ende setzt? Wenn er heimlich ins nördliche Schweden fährt, um in einem verschneiten Wald selbstgewählt zu erfrieren? Autorin Lara Taveirne versucht ihn sich in ihrem zutiefst berührenden autobiografischen Buch „zurückzuschreiben“. Denn: „Schreiben ist eine Möglichkeit, sich selbst zu entkommen. Nur die schädlichsten Drogen haben den gleichen beschwörenden Effekt, über dem eigenen Schatten schweben zu können.“ Es ist ein brutal offenes Buch über Familienglück, das in sein Gegenteil umschlägt; über Trauer, Verlust und sehr viel Liebe. Ein eigenartig durch Tränen beglückendes Buch, das eine wunderbare Sprache findet, für ein Thema, das keine Worte kennt. | lk
Lara Taveirne, „Mein Bruder Wolf“, Verlag: Eichborn, 2026, 256 Seiten, 24 €

