Der Kalendererlös wird zur Hilfe 3.500 Euro für die Pankower Suppenküche

Ein warmes Essen und ein Ort zum Ankommen: Die Suppenküche im Franziskanerkloster Pankow nahe dem S-Bahnhof Wollankstraße erhält 3.500 Euro aus dem Verkauf des Eisenbahnkalenders. Dieser ist ein Gemeinschaftsprojekt des Berliner Abgeordneten Sven Heinemann und der S-Bahn Berlin. „Wir leben als Suppenküche von Spenden. Zu 100 Prozent“, betont Leiter Bernd Backhaus. Die Franziskaner tragen die Einrichtung. Spenden finanzieren den gesamten Betrieb, auch die Stellen in Küche, Sozialarbeit, Verwaltung und Leitung.
Mehr als eine warme Mahlzeit
Seit 35 Jahren gibt es die Einrichtung. Neben den hauptamtlichen Mitarbeiter:innen engagieren sich 180 ehrenamtliche Helfer:innen. Dienstags bis sonntags kommen im Schnitt 208 Gäste pro Tag. Sie erhalten Kleidung, können duschen und Wäsche waschen lassen. Hinzu kommen Friseurangebote und ehrenamtliche Fußpflege. Sie erfordert Vertrauen: „Das hat natürlich auch sehr viel mit Intimität zu tun“, sagt Backhaus. Viele Gäste kommen regelmäßig. Zugleich gibt es Wechsel, die im Alltag kaum auffallen. Wer nach Jahren zurückkehrt, kennt manchmal niemanden mehr, erzählt Backhaus. Idealerweise hilft die Suppenküche vorübergehend, bis die Gäste wieder festen Boden unter den Füßen haben. Auch die Helfenden erleben Gemeinschaft und Anerkennung. Dass sie dazu beitragen, über 200 Menschen satt zu machen, gibt ihrem Einsatz Sinn.
Gemeinsam für die Stadt
Die Suppenküche zu bedenken, war der Wunsch des verstorbenen S-Bahn-Chefs Peter Buchner. Sein Nachfolger Heiko Büttner führt das Engagement fort: „Unser Motto lautet ja ‚Für alle‘. Dazu gehören auch diejenigen, die aus welchen Gründen auch immer etwas benachteiligt sind. Soziale Einrichtungen zu unterstützen, hat bei der S-Bahn eine gewisse Tradition.“
Eine Zeitreise für den guten Zweck
Der Eisenbahnkalender erscheint bereits seit 2015. Die Idee entstand beim Ostkreuz-Umbau. Fotografen stellen Bilder kostenlos bereit, Initiator Sven Heinemann bezahlt den Druck, die S-Bahn übernimmt den Vertrieb. 1.000 verkaufte Kalender zu je sieben Euro ermöglichen zwei Spenden von je 3.500 Euro. Für 2027 ist das Motto „20 Jahre Ostkreuz-Umbau“ geplant – mit Ansichten, die zeigen, wie anders der Bahnhof einmal aussah.
André Groth