Höchste Liga für den S-Bahnhof Olympiastadion
Deutschlands größter Stadionbahnhof wurde umfassend modernisiert

„OLYMPIASTADION“ prangt in riesigen gelben Lettern über dem Eingang des denkmalgeschützten Empfangsgebäudes der Station. „Der historische Schriftzug wurde anhand alter Aufnahmen rekon­struiert“, erzählt Dietmar Karg, Leiter des Bahnhofsmanagements bei DB InfraGO in Berlin. In den vergangenen zwei Jahren hat die Deutsche Bahn die Station, die anlässlich der Olympischen Spiele 1936 umgebaut und erweitert wurde, umfassend modernisiert – und zwar nach den strengen Auflagen des Berliner Landesdenkmalamts.

 

Historisches Flair im Bahnhof

Das Innere des Empfangsgebäudes strahlt in frisch verputztem Weiß. Ikonische Kugellampen aus Glas, restaurierte Kacheln, aufgearbeitete Sprossenfenster und kunstvoll geschmiedete Geländer im Treppenhaus versprühen historisches Flair. „Die verwendeten Farben und Materialien mussten originalgetreu sein, das war sehr anspruchsvoll. Zersprungene Kacheln wurden extra in passendem Braunton gebrannt und einzelne Sandsteinplatten der Fassade farbgenau ausgetauscht“, erklärt Karg. 1909 wurde die Station als „Bahnhof Rennbahn“ eröffnet. Wo heute Fußballfans im Olympiastadion gegenüber jubeln, galoppierten damals noch Pferde um die Wette. An diese Zeit erinnern ein wiederhergestelltes Mosaik an der Seite des Empfangsgebäudes und moderne Snackautomaten auf den Bahnsteigen mit historischen Fotomotiven.


Im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 1936 wurde der Bahnhof ausgebaut und im Zuge der nationalsozialistischen Bauprojekte in „Reichssportfeld“ umbenannt. Foto: Historische Sammlung / DB AG

 

Mehr Komfort und bessere Informationen

Aber nicht nur die Optik des Stationsgebäudes wurde denkmalgerecht saniert, auch der Komfort wurde erhöht und die Informa­tionen für die Reisenden verbessert: Neue Bänke laden zum Warten ein, zwei Aufzüge sorgen für Barrierefreiheit, blaue Hinweisschilder weisen den Weg und moderne Zug­informationssysteme informieren über die aktuellen Anschlüsse. Energieeffiziente LEDs beleuchten die Station klimafreundlich und das erneuerte hölzerne Dach an Gleis 1 und 2 schützt vor Regen. „Der S-Bahnhof wurde als ,zukunftsfähiger Bahnhof‘ modernisiert. Er spielt nun in der höchsten Liga und ist gerüstet für seine zukünftigen Aufgaben“, sagte Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO bei der symbolischen Eröffnung der Station. Auch Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde lobte den Bahnhof: „Die barrierefreie Station ist ein Schmuckstück geworden, eine wunderschöne Visitenkarte für unsere Stadt. Ich hoffe sehr, dass sie künftig von Vandalismus verschont bleibt.“ Als „verkehrsgeschichtliche Pionierleistung“ bezeichnete Staatssekre­tärin Claudia Elif Stutz den S-Bahnhof. Bis zu 75.000 Gäste bewältigt die Station bei Veranstaltungen wie Konzerten oder Fußballspielen mühelos – dank ihrer effizienten Organisation. In der Leitstelle oberhalb der Bahnsteige sorgen die Mitarbeitenden der S-Bahn Berlin und der DB Sicherheit für reibungslose Abläufe. Per Über­wachungskameras haben sie alle zehn Gleise im Blick, wenn Besucherinnen und Besucher aus Berlin und aller Welt ankommen und wieder nach Hause fahren.


Der Bahnhof bietet Fahrgästen mehr Komfort, zum Beispiel durch bessere Beleuchtung und moderne Zuginformationsmonitore. Foto: André Groth


Alles im Blick: Die Leitstelle sorgt bei großen Veranstaltungen für Sicherheit und Information. Foto: André Groth

 

Mahnmal und Begegnungsort

„Der S-Bahnhof steht für Weltoffenheit und Toleranz. Gleichzeitig ist er untrennbar mit der Inszenierung der Nationalsozialisten während der Olympischen Spiele 1936 verbunden“, so Stutz. Er solle deshalb als Mahnmal bewahrt und als Ort der Begegnung weiterentwickelt werden: „Ich wünsche mir, dass der Zukunfts­bahnhof auch in 90 Jahren für ein weltoffenes und freies Leben steht, genauso wie heute.“


Gratulierten zur feierlichen Einweihung des zukunftsfähigen S-Bahnhofs: Claudia Elif Stutz, Philipp Nagl und Ute Bonde (v. l.), Foto: André Groth

 

Nächster Halt: Zukunftsbahnhof

Mehr Komfort, bessere Informationen, schöneres Ambiente: Die Deutsche Bahn hat in diesem Jahr bereits 70 Bahnhöfe in Deutschland zu sogenannten zukunfts­fähigen Bahnhöfen ausgebaut – einer von ihnen ist der S-Bahnhof Olympiastadion, der für 2,7 Millionen Euro modernisiert wurde. Über die Hälfte des bundesweiten Ziels für 2026 ist damit geschafft, so die positive Halbjahresbilanz. Bis Ende des Jahres werden es rund 130 zukunftsfähige Bahnhöfe sein. Mehr erfahren unter: dbinfrago.com/zukunftsbahnhof