Mit einer Sonderzugfahrt von Berlin Südkreuz zum Flughafen Berlin Brandenburg (BER) wurde am 11. Dezember die Dresdner Bahn in Betrieb genommen. Für Fahrgäste bedeutet das ein verbessertes Angebot auf der mit zwei neuen Gleisen und Oberleitung wiederaufgebauten Strecke.
Erstmals verkehren hier auch Regional- und Fernverkehrszüge von Berlin in Richtung Süden. Durch die direkte Linienführung über die Dresdner Bahn kann beispielsweise die Fahrzeit der Flughafenexpresslinie (FEX) ab Berlin Hauptbahnhof zum Flughafen BER von bisher 39 auf etwa 23 Minuten nahezu halbiert werden.
„Dieses wichtige Ausbauprojekt zeigt, wie wir mit neuer und verbesserter Infrastruktur das Angebot auf der Schiene für Reisende und Kund:innen im Güterverkehr ausweiten können. Zudem entlasten zusätzliche Gleise den gesamten Berliner Bahnknoten, was sich ebenfalls positiv auf die Stabilität des Zugverkehrs auswirken wird“, sagte Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender DB InfraGO. „Zusammen mit der umfangreichen Modernisierung der Anhalter Bahn, die nun ebenfalls pünktlich abgeschlossen ist, haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Mammutaufgabe erfolgreich geschafft.“
Östlich der bestehenden S-Bahntrasse entstanden auf einer Länge von 16 Kilometern zwei neue elektrifizierte Fernbahn-Gleise. Die Deutsche Bahn hat zudem alle neun Bahnübergänge durch Eisenbahn- oder Straßenüberführungen ersetzt. Die gesamte Strecke wurde mit Elektronischer Stellwerkstechnik ausgerüstet.
Im Berliner Stadtgebiet, zwischen Südkreuz und Lichtenrade, können die Züge nun schneller fahren – mit einer Geschwindigkeit von bis zu 160 Kilometern pro Stunde. Ab Landesgrenze Berlin/Brandenburg sind sogar 200 Kilometer pro Stunde möglich. Insgesamt haben DB, Bund und Länder rund 1,1 Milliarde Euro investiert.
„Ich möchte mich bei allen bedanken, die die Dresdner Bahn als Weg zur BER-Anbindung aus ihrem Dornröschenschlaf wecken. Der Flughafenexpress und die damit möglichen Verbesserungen auf anderen Strecken bringen uns in dieser Sache ein gutes Stück weiter“, sagte Verkehrssenatorin Ute Bonde. „Fast alle Berlinerinnen und Berliner werden von den Reisezeitverkürzungen profitieren. Mit Entfall der Interimsanbindung des BER werden Kapazitäten für weitere Verbesserungen frei: Eine neue Direktverbindung von Hohenschönhausen, Lichtenberg, Ostkreuz und Schöneweide zum BER fährt auf den Linien RB24 und RB32 zweimal pro Stunde. Damit stärken wir die Anbindung des BER aus den östlichen Bezirken Berlins.“
Die vorbereitenden Arbeiten hatten im Oktober 2017 begonnen. Am 5. Februar 2019 war offizieller Beginn der Bauarbeiten. Die Dresdner Bahn existiert bereits seit 1875. Sie beginnt südlich des Bahnhofs Berlin Südkreuz und führt über die Ortsteile Marienfelde sowie Lichtenrade. Dahinter überquert sie die Grenze zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg, führt über Mahlow und Blankenfelde weiter in Richtung Dresden

Grafik: DB AG

