Neue S-Bahn-Züge ab 2032
Grünes Licht für 350 neue Fahrzeuge in der Hauptstadt

Anfang Juli gab es grünes Licht für 350 moderne S-Bahn-Züge mit insgesamt 1.400 Wagen, die in Pankow gebaut werden. Die Bereitstellung der neuen Fahrzeuge ist Teil eines der größten Vergabeverfahren in der deutschen Verkehrsgeschichte, das jetzt erfolgreich abgeschlossen wurde. „Die neuen S-Bahn-Züge kommen nicht nur den Fahrgästen zugute. Sie legen zugleich den Grundstein dafür, das Angebot mit der weiter steigenden Fahrgastnachfrage und Inbetrieb­nahme neuer Strecken auszubauen“, sagte die Berliner Verkehrssenatorin Ute Bonde beim Pressetermin zur Auftragsvergabe.

Gemeinsam haben die Unternehmen S-Bahn Berlin, Siemens Mobility und Stadler Deutschland den Zuschlag erhalten, der zahlreiche Arbeitsplätze in der Hauptstadt und der Region sichert. „Die Freude bei der S-Bahn Berlin ist riesig. Die Vergabe schafft eine langfristige Perspektive für mehr als 3.000 Kolleginnen und Kollegen“, sagte S-Bahn-Chef Heiko Büttner. Der Auftrag umfasst die Beschaffung und Instandhaltung der Fahrzeuge sowie den Betrieb des S-Bahn-Verkehrs ab 2032 auf den Teilnetzen Nord-Süd und Stadtbahn. Der Verkehrsvertrag für den Betrieb läuft 15 Jahre, für
die Instandhaltung sind es 30 Jahre.

 

Mehr Energieeffizienz, mehr Komfort

Die Berlinerinnen und Berliner können sich in Zukunft auf moderne Fahrzeuge freuen, die bis 2038 nach und nach die älteren Fahrzeuge auf den beiden Teilnetzen ablösen. Peter Spuhler, Verwaltungsrats­präsident der Stadler Rail AG sagte: „Die neuen Züge für die Berliner S-Bahn werden dort gebaut, wo sie fahren: in Berlin. Unsere Fahrzeuge haben sich auf dem Ring über mehr als 120 Millionen Kilometer bewährt – genau dieses Konzept entwickeln wir nun gemeinsam mit unseren Partnern für das gesamte Netz weiter.“ Optisch ähneln sie der jüngsten Baureihe 483/484 der S-Bahn Berlin, die vor allem auf dem Ring unterwegs ist. „Die Technik in den Zügen hat jedoch einen Quanten­sprung nach vorn gemacht“, betonte Siemens-Mobility-Chef Michael Peter. Moderne Halbleiter sparen beispielsweise bei der Umwandlung des Stroms Energie genauso wie leichtere Drehgestelle. Weniger Gewicht bedeutet darüber hinaus weniger Abnutzung der Schienen.

Im Inneren bieten die Züge mehr Barrierefreiheit, zusätzliche Plätze für Fahrräder und extra viel Raum für Kinderwagen. An jedem Doppelsitz können Reisende in den USB-C-Steckdosen Laptop, Smartphone und Co. laden. Neu ist auch eine Anzeige, die den Fahrgästen zeigt, wie stark welcher Wagen ausgelastet ist. Wem es zu voll ist, kann in den „grünen“ Bereich wechseln. Für angenehme Temperaturen sorgt in den Zügen künftig eine neue Klimaanlage mit umweltfreund­lichem Kältemittel, die den Innenraum bei hohen Temperaturen zuverlässig kühlt.

 

KI in der Instandhaltung

Innovative Technologie kommt auch bei der Instandhaltung der Züge zum Einsatz. Sensoren übertragen Betriebsdaten, die mithilfe künst­licher Intelligenz in Echtzeit analysiert werden. „Wir überwachen mit der Technik beispielsweise Bauteile von Türen oder Klima­anlagen und erkennen so frühzeitig, ob ein Defekt droht“, sagt Michael Peter von Siemens Mobility. Das bedeutet: Züge kommen bereits in die Werkstatt, bevor eine Störung auftritt. Bauteile werden präventiv ausgewechselt, bevor sie an ihr „Lebensende“ gelangen. Die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge kann so erhöht und die Verfügbarkeit der Flotte nachhaltig verbessert werden. Instandgehalten werden die Züge in den bestehenden Werken der S-Bahn Berlin. Zusätzlich wird ein neues Werk in Fredersdorf-­Vogelsdorf errichtet.

 

Die neuen S-Bahn-Züge:

Fakten & Zahlen

  • Einsatzgebiet: Stadtbahn- und Nord-Süd-Netz
  • Gesamtlänge: 73,6 Meter mit vier durchgängigen Wagen
  • Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
  • Sitzplätze: 190
  • Fahrgastinformation: zusätzliche Monitore, in Echtzeit

 


Foto: DB AG / Volker Emersleben