„Heute ist ein guter Tag für unsere Fahrgäste: Mit der neuen S15 gelangen sie im 10-Minutentakt vom Hauptbahnhof zur Ringbahn. Damit sparen sich zehntausende Fahrgäste lange Wege und Zeit im Alltag“, sagte Heiko Büttner, Chef der S-Bahn Berlin, anlässlich der feier­lichen Eröffnung der neuen S-Bahn­linie am 15. Juni. Pünktlich um 11.57 Uhr startete der erste Zug, der für die Strecke vom Hauptbahnhof zum Gesundbrunnen nur sechs Minuten benötigt. Zwischenhalt ist der S-Bahnhof Wedding. Unterwegs gab es ein großes Hallo entlang der Strecke und Beifall für die einfahrenden Züge der S15.

Viele S-Bahnfans kamen extra, um die „Rot-Gelben“ zu fotografieren und zu filmen. Andere Fahrgäste waren von der Eröffnung überrascht. „Ich wusste nicht, was hier gebaut wird, finde es aber super, dass es für mich zum Hauptbahnhof eine Fahr­alternative gibt“, sagt Jürgen, der mit seinem Koffer unterwegs in den Urlaub ist. „Ich arbeite um die Ecke in der Invalidenstraße und wollte mir die neue unterirdische Station ansehen. Das ist schön geworden mit den Klanginstallationen und Video­wänden“, findet Alexandra aus der Ukraine. Auch Fahrgast Matthew ist zur Eröffnung vorbeikommen: „Ich freue mich, dass die neue S-Bahn endlich in Betrieb gegangen ist. Ich kann vom Gesundbrunnen mit dem Regionalzug zum Hauptbahnhof fahren, der engere 10-Minutentakt ist für mich aber praktischer.“ Auch der kleine Anton hat sehnsüchtig auf die Eröffnung der neuen Linie gewartet. „Er hat letztes Jahr mitbekommen, dass hier eine neue S-Bahn-Linie entsteht und wollte sie unbedingt ausprobieren“, erzählt seine Mutter. „Deshalb fahren wir heute auf der Strecke hin und her.“

 


Seit Mitte Juni gibt es zwischen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof eine neue Verbindung: die S15. Foto: DB AG / Dominic Dupont

 

40.000 Fahrgäste täglich erwartet

Insgesamt 40.000 Fahrgäste erwartet die S-Bahn Berlin täglich auf der S15, die mit vier Kilometern die kürzeste Linie im Berliner S-Bahn-Netz ist. In Zukunft wird sie jedoch mehr als drei Stationen bedienen. Verkehrssenatorin Ute Bonde signalisierte bei der Eröffnung grünes Licht für den Bau eines weiteren Zwischenhalts an der Perleberger Brücke, um die Gewerbeansiedlungen vor Ort besser anzubinden. „Die Europacity bekommt einen Bahnhof“, sagte sie.

Die S15 ist zudem ein wichtiger Baustein für die Entlastung der Nord-Süd-Strecke der Berliner S-Bahn. Der nächste Bauabschnitt wird vom Hauptbahnhof zum Potsdamer Platz führen; die Inbetriebnahme ist in den 2030er-Jahren geplant. Für den dritten Bauabschnitt der Nord-Süd-Achse laufen zurzeit die Vorplanungen. Die Strecke wird vom Potsdamer Platz bis zu den S-Bahn­höfen Yorckstraße und Yorckstraße (Großgörschenstraße) verlängert, damit die Bezirke Kreuzberg und Schöneberg besser an den Hauptbahnhof angebunden werden. | Kristin Lübcke

 


Über eine neue Passage gelangen die Fahrgäste im Berliner Hauptbahnhof zum Gleis 22, an dem die S15 abfährt. Foto: DB AG / Dominic Dupont

 

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