Desinfektionsmittel, Handschuhe, Besen, Zitronenduft, feuchte Bodenreinigungstücher, Mülltüten: Sofu ist bestens ausgerüstet, um blitzschnell Wagen von Verschmutzungen zu befreien. Bereits seit fünf Jahren säubert er bei der S-Bahn Berlin Züge, seit Anfang Juni ist er in einem ganz besonderen Team unterwegs: Als mobile Reinigungskraft sorgt er gemeinsam mit Kolleg:innen von DB Sicherheit für Sauberkeit und Ordnung in den Zügen. Ob klebriges Bier auf dem Boden oder Schokolade am Sitzbezug: Blitzschnell hat er die „Schmutz-Hotspots“ entdeckt und reinigt sie.

Lob für die mobilen Teams

Lassen sich die unschönen Hinterlassenschaften nicht sofort entfernen, informiert er die Reinigungskräfte an den Endbahnhöfen, damit sie den Wagen genauer unter die Lupe nehmen. Damit niemand aus Versehen auf einem verunreinigten Sitz Platz nimmt, klebt er einen gelben Warn­zettel auf das Polster. Besonders schlimm seien die Hinterlassenschaften der Partygänger, erzählt er. Heute ist Sofu auf der Stadtbahn zwischen Bellevue und Ostkreuz unterwegs – und wechselt immer wieder den Zug. Zwei Drittel aller Fahrzeuge auf der Strecke kontrolliert er täglich gemeinsam mit den Kolleg:innen von DB Sicherheit. Insgesamt vier mobile Teams werden ab August zusätzlich eingesetzt.

Die Resonanz der Fahrgäste sei sehr positiv, erzählt er: „Wir bekommen viel Lob. Die Menschen freuen sich, wenn wir unterwegs für saubere Fahrzeuge sorgen.“ „Ich finde die mobilen Teams super“, meint auch Rentnerin Karin, die ebenfalls unterwegs Richtung Ostkreuz ist. „Eine gute Sache, aber eigentlich traurig, dass manche Leute ihren Müll einfach liegen lassen oder mit tropfendem Eis oder fettigem Döner in die Züge einsteigen.“ Laut Beförderungsbedingungen ist es nicht erlaubt, in der S-Bahn zu essen oder zu trinken und Verpackungen oder Flaschen wegzuwerfen.

„Wir entfernen dennoch jeden Tag große Mengen Müll aus den Zügen, die mehrmals täglich gereinigt werden“, sagt Stefan Pink, Leiter Fahrzeug­vorhaltung und Verwendungsmanagement bei der S-Bahn Berlin. Jeder sollte das, was er in die Wagen mitbringt, auch wieder mitnehmen, wünscht er sich. Nur so können sich alle in der „Fahrgemeinschaft auf Zeit“ wohlfühlen.

Für ein gutes Miteinander

Wo viele Menschen unterwegs sind, kann es auch zu Konflikten kommen. Sofu wird deshalb bei seiner Arbeit von den Sicherheitskräften Pascal und Moayad begleitet. Sind sie am anderen Ende des Zugs, ruft er sie per Funkgerät: „Bitte kommen.“ Schnell sind die beiden zur Stelle. „Falls Personen gegen die Haus­ordnung verstoßen, weisen wir sie darauf hin oder schließen sie von der Fahrt aus“, erklärt Moayad. „Kommt es sogar zu körperlichen Angriffen, holen wir die Bundespolizei zur Hilfe.“ Das sei jedoch nur im äußersten Notfall notwendig. Die geschulten Sicherheitsprofis versuchen zunächst immer, schwierige Situationen zu deeskalieren. Trifft das Team auf bedürftige Menschen, bietet es Hilfe an und vermittelt auf Wunsch den Kontakt zu Einrichtungen wie der Stadtmission.
„Wir sind ein weltoffenes Unternehmen und machen uns für ein gutes Miteinander in unseren Verkehrsmitteln stark“, sagt S-Bahn-Chef Heiko Büttner. „Damit das Zusammensein in der S-Bahn gut funktioniert, müssen sich jedoch alle an die vorgeschriebenen Regeln halten.“ Insgesamt mehr als eine Million Euro investiert die S-Bahn Berlin allein 2026 in das neue Programm. Büttner: „In der Pilot­phase sammeln wir derzeit wichtige Erfahrungen. Ziel ist es, auch in Zukunft auf hohem Niveau für Sicherheit und Sauberkeit zu sorgen.“ Das Unternehmen wolle dabei auch Teil der Lösung sein und unterstütze beispielsweise bereits seit Jahren Hilfseinrichtungen und -angebote für Menschen ohne festen Wohnsitz. | Kristin Lübcke

Das Sofortprogramm in Zahlen

  • 4 Teams aus Reinigungs- und Sicherheitskräftensind künftig zusätzlich im Einsatz.
  • 2/3 der Züge im S-Bahn-Netz werden von ihnen ab August kontrolliert und gesäubert.
  • 6.300 Reinigungen führt die S-Bahn Berlin insgesamt täglich an und in ihren Zügen durch.
  • Über 1 Million Euro investiert das Unternehmen 2026 in das Programm für mehr Sicherheit und Sauberkeit.


Foto: DB AG / Dominic Dupont


Foto: DB AG / Dominic Dupont


Hinweis auf einem verschmutzten Sitzplatz, Foto: DB AG / Dominic Dupont

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