Von hier aus Zukunft
Mit Kultur Brandenburg neu entdecken

Wie sieht die Zukunft Brandenburgs aus? Antworten darauf suchen Künstler:innen, Kulturinitiativen und engagierte Bürger:innen im ganzen Land. Unter dem Motto „Von hier aus Zukunft“ von Kulturland Brandenburg entstehen in den kommenden zwei Jahren Projekte, die Menschen zusammenbringen, Geschichten neu erzählen und Ideen für morgen entwickeln.

Mehr als 200 Veranstaltungen laden bereits 2026 dazu ein, Brandenburg neu zu entdecken. Ausstellungen, Festivals und Mitmachaktionen führen an ungewöhnliche Orte – von Flüssen und Seen bis zu leerstehenden Gebäuden und ehemaligen Tagebauflächen. Sie erzählen von Erinnerungen und Gemeinschaft und fragen danach, wie wir künftig zusammenleben wollen.

 

Pommes, Eis und Sandstrand – aber auch Kultur, Gemeinschaft und Begegnung: Am Glienicksee in Dobbrikow wird seit mehr als 50 Jahren Urlaubs­geschichte geschrieben. 2025 erhielt die historische Gaststätte am See ihren alten Namen zurück: „Seepalette“. Was als spontane Idee einiger Freund:innen begann, entwickelte sich innerhalb weniger Wochen zu einem neuen Treffpunkt für Camper:innen, Strandgäste und Menschen aus den umliegenden Dörfern. 2026 wird die Seepalette zum Zentrum des Kultursommers. Jeden Samstag erwartet die Besucher:innen ein abwechslungsreiches Programm mit Freiluftkino, Konzerten und weiteren Kulturangeboten direkt am Wasser. Am 11. Juli eröffnen die Berliner DJs The Vandelays mit einem Day Rave den Tanz in die Ferien und bringen elektronische Klänge an den Seeuferstrand. Freiluftkino unter Sternen gibt es am 4. und 25. Juli sowie am 8. und 22. August.

Anfahrt: z. B. mit dem  bis Bf Michendorf, weiter mit 608 bis Dobbrikow, Ferienzentrum

 

Im Ludwigsfelder Dichterviertel werden zwei lange leerstehende Pavillons zu einem Kulturort auf Zeit. Mit dem Projekt „DAS ZEITGUT“ zieht bis Dezember 2026 neues Leben in die ehemaligen „Exquisit“- und „Delikat“-Läden ein. Die Gebäude haben die Geschichte des Viertels über Jahrzehnte begleitet und sind bis heute mit den Erinnerungen vieler Bewohner:innen verbunden. Am 2. Juli laden die Autorin Patrizia Holland-Moritz und die Künstlerin Anne Müller ein, sich über Nähe, Einsamkeit und Gemeinschaft auszutauschen.

Anfahrt: z. B. mit  bis Bf Ludwigsfelde

 


Foto: Kevin Fuchs

 

Auch der Finowkanal wird zur Bühne. Die älteste noch befahrbare künstliche Wasserstraße Deutschlands prägte über Jahrhunderte die industrielle Entwicklung der Region. Wo einst Holz, Eisen und andere Waren transportiert wurden, reisen heute Gedanken, Geschichten und Gedichte über das Wasser. Poet:innen aus Brandenburg und aus ganz Deutschland treten beim Poetry Slam „Zwischen Zeilen und Ziegeln“ am 28. Juni mit ihren selbst verfassten Texten gegeneinander an – humorvoll, politisch, poetisch oder persönlich. Das Publikum entscheidet am Ende, wer den Slam gewinnt. Insgesamt bringen sechs Poetry-Slam-Veranstaltungen unter dem Motto „Aus welchem Stoff ist morgen gemacht?“ junge Stimmen, neue Ideen und Zukunftsentwürfe an besondere Orte in Brandenburg.

Anfahrt: z. B. mit dem  bis Eberswalde Hbf, weiter mit 861 bis Robert-Koch-Straße, Eberswalde

 


Foto: Kevin Fuchs

 

In der Lausitz wird schließlich ein Lost Place zum Treffpunkt internationaler Wortkunst. Vom 16. bis 18. Juli verwandelt das L/OST Poetry Festival die Alte Segeltuchfabrik in Cottbus in einen lebendigen Ort für Literatur, Musik und Performance. Künstler:innen aus Ostdeutschland, Polen, der Ukraine, Tschechien, Ostbelgien und den USA kommen zusammen, um Grenzen zu überwinden und neue Perspektiven zu eröffnen. Spoken Word trifft auf Rap, Lesungen auf Performances, Streicher auf Beats. Für drei Tage wird die ehemalige Fabrikhalle zu einem Ort, an dem Menschen, Geschichten und Kunstformen aufeinandertreffen, die sich im Alltag nur selten begegnen. lostpoetryfestival.com

Anfahrt: z. B. mit  bis Cottbus Hbf (plus rund elf Minuten Fußweg)

 


Foto: Miguel Hahn

 

Vom 31. Juli bis 2. August lädt das „Festival für Freunde“ nach Dahnsdorf ein. Die ehemalige LPG steht beispielhaft für die Geschichte der DDR-Landwirtschaft, die Veränderungen nach 1990 und die Frage, wie Orte neu genutzt werden können. Nach Jahren des Leerstands entstand hier ein Kulturort, an dem Kunst, Begegnung und gesellschaftlicher Austausch zusammenkommen. Im ehemaligen Kuhstall entwickelt das Projekt derzeit ein interaktives Dorf­museum, das digitale und analoge Elemente verbindet. Seit mehreren Jahren werden dafür Geschichten, Fotos, Interviews und Erinnerungsstücke aus der Region gesammelt. Erste Ergebnisse werden beim Festival präsentiert und geben Einblicke in die Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft des Ortes. festivalfuerfreunde.de

Anfahrt: z. B. mit dem  bis Bf Bad Belzig, weiter mit 582 bis Dahnsdorf, Planetal

 


Foto: Kevin Fuchs

 

Die Veranstaltungen laden nicht nur zu besonderen Kulturerlebnissen ein, sondern auch dazu, Brandenburg neu zu entdecken. Gemeinsam mit Reiseland Brandenburg werden diese Kulturorte zu Ausflugszielen: Wer eine Ausstellung, ein Festival oder eine Lesung besucht, lernt zugleich bekannte, aber auch vielleicht verborgene Orte kennen, die Brandenburg dadurch zu einem Raum für besondere Ideen machen.

Das ganze Kulturprogramm gibt es auf kulturland-brandenburg.de

… und die passenden Reiseangebote bei reiseland-brandenburg.de