Alle Ring- und Stadtbahnhöfe erhalten bis Jahresende Auslastungsanzeigen. Im Rahmen der Initiative für bessere Fahrgastinformation testet die S-Bahn Berlin noch weitere neue Informationsmittel. Die Fahrgäste sollen sich wohl- fühlen und komfortabel von A nach B kommen. Mit diesem Ziel schließt die S-Bahn Berlin mit einer Initiative für bessere Kundenkommunikation an den Erfolg des Sofortprogramms für mehr Sicherheit und Sauberkeit in ihren Zügen an. Im Fokus des neuen Programms steht die Ausweitung von DB Lightgate, der Echtzeit-Auslastungsanzeige am Bahnsteig. Bundesweit erstmalig erscheint die Auslastung dabei nicht nur für den nächsten Zug, sondern dank KI-gestützter Prognose auch für Folgezüge.

Seit zwei Jahren testet die S-Bahn Berlin Lightgate an sechs S-Bahn­höfen. Seit 21. September sehen Fahrgäste an insgesamt 14 Bahnhöfen, wie voll die einzelnen Wagen ihrer S-Bahn sein werden. Schon bis Jahresende sollen mit Mitteln aus dem Konzernprogramm der DB für bessere Kundenkommunikation alle 50 S-Bahnhöfe der Ring- und Stadtbahn Auslastungsinformationen bekommen.

 


Heiko Büttner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin (links) und Christoph Heuing, VBB-Geschäftsführer, bei der Präsentation am Bahnhof Bellevue. Foto: André Groth

 

Schneller Einstieg – pünktlichere Abfahrt

Dass das DB-eigene Lightgate-­System wirkt, zeigen die Daten aus dem Pilotprojekt. An Bahnhöfen mit Auslastungsanzeige sind die Züge rund 30 Prozent gleichmäßiger ausgelastet. Mit der zusätzlichen Anzeige weiterer Folgezüge dürfte sich der Effekt noch verstärken, da Fahrgäste mehr Zeit haben, sich am Bahnsteig zu verteilen. Insbesondere auf hoch­frequentierten Strecken, wie der Stadtbahn oder dem Ring, dient das neben dem Komfort auch der Pünktlichkeit, da Gedränge an den Türen häufig die pünktliche Abfahrt verhindert.

 

„Mit der Auslastungsanzeige auch für Folgezüge können sich Fahrgäste nun lange vor Ankunft der S-Bahn am Bahnsteig orientieren: Wo wird es voll, wo gibt es noch Platz? Das macht den Einstieg entspannter und schneller. Die gesparten Sekunden sind auch für uns und einen stabileren Betrieb wertvoll. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“
Heiko Büttner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin

 

So funktioniert die Auslastungsanzeige mit DB Lightgate

Die Anzeige erfolgt mittels Farb­system: Grün steht für eine geringe, Gelb für eine mittlere und Rot für eine hohe Auslastung des jeweiligen Wagens. Die Daten stammen von Sensoren an den Gleisen, die per LED-Lichtschranke die Auslastung der vorbeifahrenden S-Bahnen erfassen. Eine selbstentwickelte KI-Software kombiniert dann die Live-Messung mit Millionen von historischen Datensätzen und passt die Prognose mit jedem neuen Messwert an. DB Lightgate wurde von der S-Bahn Hamburg entwickelt und steht beispielhaft für die Innovationskraft der deutschen S-Bahnen.

 

„Egal ob bei Baumaßnahmen, Betriebsstörungen oder auch im ungestörten Betrieb: Eine gute Fahrgastinformation ist wichtig, damit alle unsere Verkehrsmittel optimal nutzen können. Deshalb begrüßen wir es, dass die Deutsche Bahn AG daran arbeitet, die Fahrgastinformation bei der S-Bahn weiter zu verbessern.“
Christoph Heuing, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB)

 

Weitere Verbesserungen werden entwickelt

Mit zusätzlichen Testprojekten arbeitet die S-Bahn Berlin an weiteren Stellschrauben für bessere Fahrgast­information. Im Netz der S-Bahn wird weiterhin viel gebaut. Deshalb sollen für den Ersatzverkehr mit Bussen mobile Haltestellen­masten mit Livedaten getestet werden. Die Stelen zeigen die Abfahrt des nächsten Busses in Echtzeit an. Auch bei Störungen sollen Fahrgäste mehr Informationen erhalten. Dafür arbeitet die S-Bahn Berlin an einer Livemap, die Zugpositionen GPS-basiert anzeigt.

 


Im Test: ein digitaler Haltestellenmast mit Livedaten zum Ersatzverkehr bei der S-Bahn Berlin. Foto: DB AG

 

Ausführliche Informationen zum Pilotprojekt gibt es unter: sbahn.berlin/auslastung

 

An diesen Berliner Stationen ist Lightgate jetzt aktiv

Am 21. September ist Lightgate an fünf Stationen der Stadtbahn und den zwei Messebahnhöfen neu in Betrieb gegangen und wurde an drei weiteren Stationen auf beide Fahrtrichtungen erweitert. Zusammen mit den bestehenden Standorten erhalten Fahrgäste nun an insgesamt 14 Stationen Auslastungsinformationen:

  • Alexanderplatz (bereits seit 2024)
  • Bellevue (jetzt neu in beide Fahrtrichtungen)
  • Charlottenburg
  • Friedrichstraße (bereits seit 2024)
  • Hackescher Markt (bereits seit 2024)
  • Hauptbahnhof (jetzt neu in beide Fahrtrichtungen)
  • Hermannstraße (bereits seit 2024, zunächst keine Anzeige der Folgezüge)
  • Jannowitzbrücke
  • Messe Nord/ZOB
  • Messe Süd
  • Savignyplatz
  • Tiergarten
  • Westkreuz (jetzt an allen Bahnsteigen)
  • Zoologischer Garten

 

image_printdrucken