Während der letzten Winterwochen erwacht der Spreewald schon kurz vor dem Frühling zu buntem Leben. Im Februar und März laden dort zahlreiche Veranstaltungen und Angebote dazu ein, sorbisch/wendische Bräuche zu erleben.

Wenn die Tage heller werden, erwacht einer der bekanntesten Bräuche des Spreewalds: die Fastnacht (Zapust). Der Auftakt erfolgt mit dem Zampern, einem fröhlichen Umzug von Haus zu Haus, bei dem Musik und Lärm den Winter vertreiben sollen. Dabei können die Besucherinnen und Besucher die kunstvollen, farbenprächtigen Festtagstrachten bewundern, die begleitet von Blasmusik durch die Spreewalddörfer tanzen: Beispielsweise am 28. Februar in Turnow und Coschen und am 7. März in Kobbeln.

Anfahrt: z. B. nach Coschen mit dem  ab Berlin Hbf bis Cottbus Hbf und weiter mit  bis Bf Coschen

 

Ein ganz besonderes Erlebnis ist auch eine Führung mit der Cottbuser Baumkuchenfrau, die Wissenswertes über die mehr als 200-jährige Tradition des Cottbuser Baumkuchens erzählt. Hergestellt in der Altstadt und in mehr als 15 Back-Etappen über der Walze von Hand gedreht, wird das süße Gebäck aus feinsten Zutaten noch heute in echter Manufakturqualität gebacken. Die traditionsreiche Leckerei darf natürlich verkostet werden, beispielsweise am 28. Februar. Weitere kulinarische Höhepunkte bieten die Veranstaltungen im Niedersorbischen Heimatmuseum Dissen (geöffnet dienstags bis donnerstags).

Anfahrt: z. B. mit dem  ab Berlin Hbf bis Cottbus Hbf, weiter mit 44 bis Dissen Gasthaus, Dissen-Striesow (wenige Meter Fußweg bis zum Museum)

 


Frauen tanzen in sorbischer Tracht, Foto: TMB-Fotoarchiv / Malte Jäger

 

An mehreren Veranstaltungsorten können auch Spreewälder Handwerkskünste erlernt werden. Beispielsweise beim Traditionsverein Rubisko kann man das Spinnen einmal selbst ausprobieren und in die Geselligkeit der Spreewälder Spinte eintauchen. Und dazu spannenden Geschichten, Volksliedern und Plaudereien zu Spreewälder Bräuchen bei einer Tasse Tee und Kuchen lauschen. Ein weiteres bekanntes Winterhandwerk ist im Spreewald außerdem das Korbflechten. Es kann an mehreren Terminen im größten Freilandmuseum Brandenburgs in Lehde (öffnet wieder ab 28. März) ausprobiert werden.

Anfahrt: z. B. mit  ab Berlin Hbf bis Bf Lübbenau (Spreewald). Der Shuttlebus „Spreewald-Molly“ bietet Fahrten ab den Haltestellen „Bahnhof“ oder „Sagenbrunnen/Marktplatz“ bis nach Lehde (Wendeschleife) an.

 

Wie die Menschen im Spreewald einst die Wintermonate gestalteten, zeigt zudem die Ausstellung „Warm anziehen – Mußezeit anno 1850“. Bei Führungen durch das Hütten- und Fischereimuseum in Peitz (täglich geöffnet, außer freitags) sind darüber hinaus das Zubereiten eines Original Lausitzer Klemmkuchens und der Gang durch die erhaltene Hochofen- und Gießereihalle aus dem Jahr 1810 ein besondere Höhepunkt.

Anfahrt: z. B. mit dem  ab Berlin Hbf bis Cottbus Hbf, weiter mit 21 bis Alte Bahnhofstraße, Peitz (neun Minuten Fußweg zum Museum)

 

Weitere Infos unter:
reiseland-brandenburg.de
spreewald.de

 

image_printdrucken